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TankNorm

DIN 6600 ff.: welche Tanknorm für welchen Stahltank gilt

Die Normen der Reihe DIN 6600 ff. beschreiben Stahltanks für die Lagerung von Flüssigkeiten: liegend oder stehend, ober- oder unterirdisch, ein- oder doppelwandig. Ein Teil davon ist zurückgezogen und durch die EN 12285 ersetzt. Dieser Überblick ordnet die Normen dem Tank zu und zeigt, was bauaufsichtlich heute gilt.

Quellenstand: Titel, Ausgaben, Status und Ersatzvermerke laut den Detailseiten von DIN Media (abgerufen am 05.10.2026). Die Normtexte selbst sind kostenpflichtig; Maße, Wanddicken und Prüfwerte stehen deshalb nicht auf dieser Seite. Maßgeblich ist die beschaffte Norm in der vertraglich vereinbarten Ausgabe.

Was regelt die DIN-Reihe 6600?

Der Bundesverband Lagerbehälter fasst es so zusammen: „Die DIN-Reihe 6600ff bzw. EN 12285-1/-2/-3 definiert den sicheren Stahltankbau.“ Die Kopfnorm DIN 6600 selbst regelt keinen Tanktyp, sondern laut ihrem Anwendungsbereich die werkseigene Produktionskontrolle der Herstellbetriebe von werkmäßig beziehungsweise vorwiegend werkmäßig hergestellten Behältern (Tanks) mit einem zulässigen Betriebsüberdruck von maximal 0,5 bar.

Derselbe Zahlenwert von 0,5 bar markiert die Grenze der Druckgeräterichtlinie, dort bezogen auf den maximal zulässigen Druck PS — mehr dazu unter drucklose Behälter. Die einzelnen Tankformen regeln die meisten übrigen Nummern der Reihe; die zurückgezogene DIN 6601 war dagegen eine Beständigkeitsliste.

Welche Norm gilt für welchen Tank?

Die Übersicht nennt je Norm den Tank, die letzte Ausgabe und den Status laut DIN Media.

  • DIN 6600Ausgabe 2016-07, aktuell

    Werkseigene Produktionskontrolle für werkmäßig hergestellte Stahltanks bis 0,5 bar Betriebsüberdruck

  • DIN 6601Ausgabe 2007-04, zurückgezogen

    Beständigkeit der Behälterwerkstoffe gegenüber Flüssigkeiten (Positiv-Flüssigkeitsliste)

    Nachfolge: ersetzt durch DIN EN 12285-1:2018-12 (Anhang B)

  • DIN 6608-1 / -2Ausgabe 1989-09, zurückgezogen

    Liegende Tanks, ein- bzw. doppelwandig, unterirdisch

    Nachfolge: ersetzt durch DIN EN 12285-1:2003-07, heute 2018-12

  • DIN 6616Ausgabe 1989-09, zurückgezogen

    Liegende Tanks, ein- und doppelwandig, oberirdisch

    Nachfolge: ersetzt durch DIN EN 12285-2:2005-05

  • DIN 6618-1 / -2 / -3Ausgabe 1989-09, zurückgezogen

    Stehende Tanks, oberirdisch: einwandig; doppelwandig ohne bzw. mit Leckanzeigeflüssigkeit

    Nachfolge: kein Nachfolger genannt

  • DIN 6619-1Ausgabe 1989-09, zurückgezogen

    Stehende Tanks, einwandig, unterirdisch

    Nachfolge: kein Nachfolger genannt

  • DIN 6623-1 / -2Ausgabe 2017-06, aktuell

    Stehende Tanks unter 1 000 Liter Nennvolumen, oberirdisch, ein- bzw. doppelwandig

  • DIN 6624-1 / -2Ausgabe 1989-09, zurückgezogen

    Liegende Tanks von 1 000 bis 5 000 Liter, oberirdisch, ein- bzw. doppelwandig

    Nachfolge: kein förmlicher Ersatz; empfohlen wird DIN EN 12285-2:2005-05

  • DIN 6625-1 / -2Ausgabe 2025-10, aktuell

    Eckige Behälter für Flüssigkeiten mit Flammpunkt über 55 °C: Bau- und Prüfgrundsätze, Berechnung

  • DIN 4119-1 / -2Ausgaben 1979-06 / 1980-02, zurückgezogen

    Oberirdische zylindrische Flachboden-Tankbauwerke aus metallischen Werkstoffen

    Nachfolge: ersetzt u. a. durch DIN EN 14015, DIN EN 14620 und DIN EN 1993-4-2

Welche Tanknormen sind zurückgezogen?

Für liegende Tanks hat die europäische Normung die alten DIN-Normen abgelöst: DIN 6608-1/-2 (unterirdisch) durch die EN 12285 Teil 1, DIN 6616 (oberirdisch) durch Teil 2. Die Positiv-Flüssigkeitsliste der DIN 6601 steht seit 2018 im Anhang B der DIN EN 12285-1. Für die stehenden Tanks der DIN 6618 und DIN 6619 nennt DIN Media keinen Nachfolger.

Die DIN 4119 für große, standortgefertigte Flachboden-Tankbauwerke ist ebenfalls zurückgezogen; an ihre Stelle traten unter anderem die DIN EN 14015 und die DIN EN 1993-4-2. Was die EN 14015 für Flachbodentanks an Schweißdokumentation verlangt, steht auf einer eigenen Seite.

Welche Normen sind bauaufsichtlich eingeführt?

Für Bauprodukte ohne CE-Kennzeichnung nennt die hessische Umsetzung der Muster-Verwaltungsvorschrift Technische Baubestimmungen (MVV TB 2025/1) in Teil C 2 die technischen Regeln; der Hersteller bestätigt die Übereinstimmung mit dem Ü-Zeichen. Für Stahltanks stehen dort unter anderem:

  • DIN 6623-1 und -2 (stehende Tanks unter 1 000 Liter)
  • DIN 6625-1 und -2 (eckige Behälter), dort noch in der Ausgabe 2013-06
  • DIN EN 12285-1:2018-12 (liegende Tanks, unterirdisch)
  • EN 12285-2:2005 über eine Anlage mit Zusatzanforderungen (liegende Tanks, oberirdisch — ausgenommen Tanks für flüssige Brennstoffe von Heiz- und Kühlanlagen für Gebäude)

Die zurückgezogenen Normen DIN 6608, 6616, 6618, 6619 und 6624 kommen in diesem Text nicht mehr vor. Weicht ein Tank wesentlich von einer Technischen Baubestimmung ab oder gibt es keine, ist laut der hessischen Fassung eine allgemeine bauaufsichtliche Zulassung (abZ) oder eine Zustimmung im Einzelfall nötig. Eine abZ des DIBt weist nach eigenem Wortlaut „die Verwendbarkeit bzw. Anwendbarkeit des Regelungsgegenstandes im Sinne der Landesbauordnungen“ nach; gewährleistet der Nachweis die Einhaltung der wasserrechtlichen Anforderungen, gilt der Tank nach § 63 Absatz 4 Nummer 2 und 3 WHG als geeignet.

Was der Tankbauer dazu nachweist

Für Tanks nach DIN 6623, DIN 6625, DIN EN 12285-1 und EN 12285-2 verlangt die hessische Umsetzung der MVV TB, dass der Hersteller die Herstellverfahren nachweislich beherrscht; der Nachweis ist durch ein Schweißzertifikat für die Ausführungsklasse EXC 2 oder höher nach DIN EN 1090-2 zu führen. Für EN 12285-2 fordert sie zusätzlich eine werkseigene Produktionskontrolle entsprechend DIN EN 1090-2 mit EXC 2. Auch der DIBt-Bescheid Z-38.14-330 verlangt eine werkseigene Produktionskontrolle nach DIN EN 1090-2 mit Ausführungsklasse EXC 2. Für die Anlagendokumentation nach § 43 AwSV liefert in der Praxis der Hersteller außerdem die Angaben zu Bauart, Werkstoffen und Standsicherheit des Tanks zu.

TankNorm führt die Schweiß-Nachweise dazu browserbasiert: die Schweißanweisungen nach ISO 15609-1 mit den Verfahrensprüfungen nach ISO 15614-1 dahinter, die Schweißerqualifikationen nach ISO 9606-1 mit ihren Fristen und die Werkstoffzeugnisse nach EN 10204. Die zugeordneten Dokumente eines Projekts lassen sich als PDF/ZIP herunterladen.

Häufige Fragen zu den Tanknormen

Ist DIN 6608 noch gültig?

Nein. DIN 6608-1 und -2 (liegende unterirdische Stahltanks, Ausgabe 1989-09) sind laut DIN Media zurückgezogen und wurden durch DIN EN 12285-1:2003-07 ersetzt; aktuell ist DIN EN 12285-1:2018-12.

Was ersetzt DIN 6616?

DIN 6616 (liegende oberirdische Stahltanks, ein- und doppelwandig) wurde laut DIN Media durch DIN EN 12285-2:2005-05 ersetzt. Für die kleineren liegenden Tanks der DIN 6624 nennt DIN Media keinen förmlichen Ersatz, empfiehlt aber die Anwendung der DIN EN 12285-2.

Wofür gilt DIN 6625?

Für ortsfeste, eckige Behälter aus Stahl mit ebenen Wänden und Böden zur drucklosen Lagerung von Flüssigkeiten mit einem Flammpunkt über 55 °C, gefertigt im Werk oder am Aufstellungsort. Teil 1 enthält Bau- und Prüfgrundsätze, Teil 2 die Berechnung der Standsicherheit für Behälter, die in Gebäuden aufgestellt sind. Aktuell ist die Ausgabe 2025-10.

Wo steht heute die Positiv-Flüssigkeitsliste?

Die frühere DIN 6601 ist zurückgezogen. Ihr Inhalt wurde laut DIN Media und Bundesverband Lagerbehälter 2018 in den Anhang B der DIN EN 12285-1 übernommen.

Status und Ersatzvermerke jeder Norm stehen frei auf den Detailseiten von DIN Media. Dieser Beitrag gibt einen Überblick und ersetzt weder die Norm noch eine Rechtsberatung.